Von Grado nach Aquileia

Juni 2020

Für viele Segler der oberen Adria ist der Stadthafen von Grado ein attraktives Ziel. Man liegt mitten im Zentrum des kleinen Städtchens umgeben von Restaurants und Eisdielen. Nur das Anlegen ist nicht ganz einfach, denn es ist zumeist recht eng. Murings oder Dalben gibt es keine. Stattdessen muss man eine Bugleine durch die Öse einer kleinen Boje führen, bevor man das Heck an der Hafenmauer festmachen kann. Ein etwas anspruchsvolles Manöver.

Der Stadthafen von Grado – in der Vor- oder Nachsaison ist es auch mal weniger voll.

Nach dem Anlegerschluck im Cockpit reicht die Energie meistens nur noch zu einem kurzen Spaziergang durch die schöne Altstadt, wo sich auf der Piazza Duca d’Aosta die meisten Restaurants befinden. Am nächsten Tag wird der Törn fortgesetzt, entweder Richtung Venedig oder nach Slowenien / Kroatien.

Dabei verdient Grado und seine Umgebung mehr Aufmerksamkeit. Nicht nur die einzigartige Lagunenlandschaft, sondern auch die beeindruckenden Kunstschätze im nahegelegenen Aquileia sind es wert, länger zu bleiben. Mit Rädern (die man sich in Grado an vielen Stellen ausleihen kann) bietet sich ein schöner Rundkurs an, der im Folgenden beschrieben wird. Dabei kommen auch Freunde des modernen Yachtbaus auf ihre Kosten, da man in Aquileia neben vielen Altertümern auch auf das Gelände der Firma Solarisyachts schauen kann, eines renommierten Herstellers von großen Luxussegelyachten.

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Der Sentiero Rilke von Sistiana nach Schloss Duino

Juni 2020

Am äußersten Ende der Adria liegt hoch auf einem Fels Schloss Duino. Hier war Rainer Maria Rilke kurz vor dem ersten Weltkrieg mehrfach Gast der Familie Thurn und Taxis, denen das Schloss bis zum heutigen Tage gehört. Der „Sentiero Rilke“ folgt den Wanderungen des Dichters und ermöglicht weite Ausblicke über den Golf von Triest:

Blick vom Sentiero Rilke über den Golf von Triest

Rilkes Ausruf „Hiersein ist herrlich“ aus der siebten Duineser Elegie kann man durchaus zustimmen.

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Die Mosaiken von Ravenna

Juni 2018

Wenn man den nördlichen Teil der italienischen Ostküste entlangsegelt, kommt man nicht umhin festzustellen, wie weit der Po die Uferlinie im Laufe der Jahrhunderte ins Meer hinaus verschoben hat. So liegt beispielsweise der Ort Adria, einst eine Hafenstadt und möglicher Namensgeber des gleichnamigen Meeres, heute fast 40 km im Landesinneren.

Auch Ravenna, einst blühende Residenz der spätrömischen Kaiser, war über seinen Hafen in Classe direkt an der Adria gelegen und wichtiger Flottenstützpunkt der Römer bzw. Byzantiner in der Spätantike. Davon kann heute, 1500 Jahre später, keine Rede mehr sein. Die Stadt liegt jetzt über 10 km vom Meer entfernt. Zwar wurde im 18. Jhd. der Canale Candiano angelegt, um das Stadtzentrum mit der Adria zu verbinden, aber dieser Kanal dient nur der Handelsschifffahrt und ist für Segler nicht nutzbar. Stattdessen gibt es in Marina di Ravenna, etwa 12 km nordöstlich der Stadt gelegen, einen riesigen Yachthafen mit über 1000 Booten.

Der Yachthafen von Ravenna

Großzügig angelegt und gut geschützt durch zwei weit in die Adria hinausragende Molen liegen hier jede Menge große Segelyachten italienischer Eigner. Als Gastlieger wird man freundlich aufgenommen. Auf deutsche Segler trifft man jedoch kaum (die drängen sich alle auf der anderen Seite der Adria in Kroatien) und vielleicht auch deshalb tut sich die Hafenverwaltung mit der deutschen Fassung der Hinweise an die Gäste der Marina etwas schwer:

Ravenna ist nicht nur wegen des riesigen Naturschutzgebietes im Delta des Pos (mit Delfinen!) ein lohnendes Ziel eines Törns in der Nordadria sondern auch wegen der vielen Kunstschätze aus der Spätantike, insbesondere der zahlreichen Mosaiken in den Kirchen und anderen Gebäuden aus dieser Zeit.

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Das Hinterland von Triest

Oktober 2019

Kennen Sie Triest ? Wenn nicht, sollten Sie die Stadt und ihre Umgebung unbedingt einmal ansteuern. Läuft man von einer der großen Marinas in Lignano oder Grado kommend in den Golf von Triest ein, kann man bereits vom Wasser aus zwei berühmte Sehenswürdigkeiten erkennen. Da ist zum einen Schloss Duino, hoch auf dem Felsen über dem Wasser ganz im Nordwesten der Bucht.

Schloss Duino

Etwas weiter Richtung Osten liegt das Schloss Miramare, das mit seiner weißen Farbe ein gut erkennbarer Orientierungspunkt für den Segler ist.

Schloss Miramare

Als Ausgangspunkt für die Erkundung der beiden Schlösser mit dem Rad und des Hinterlands bietet sich die Marina San Giusto direkt vor dem Stadtzentrum von Triest an. Hier liegt man sicher, auch wenn einmal die Bora über die Stadt fegt.

Die Marina San Giusto

Das Stadtzentrum von Triest ist hier so nahe, dass man alles bequem zu Fuß erkunden kann, beispielsweise den alten Hafen entlang des Canale Grande.

Der Canale Grande von Triest

Thema dieses Beitrags ist aber nicht die Stadt Triest selbst und auch nicht die beiden Schlösser, sondern eine schöne Tour auf den „Carso“, den Höhenzug der Karstgebirges hinter Triest, zunächst zum Monte Grisa und dann über eine zum Radweg umfunktionierte Eisenbahnstrecke zurück ins Stadtzentrum von Triest. „Das Hinterland von Triest“ weiterlesen