Wohnt Luke Skywalker auf Marettimo?

Die Insel Marettimo liegt etwa 20 Seemeilen westlich von Trapani vor der Westspitze Siziliens. Hier ist man gefühlt am Ende der Welt, zumeist umgeben von viel Wind und Welle. An der Nordspitze der Insel ragt ein steiler Fels mit einer kleinen Burg auf:

Punta Troia an der Nordspitze von Marettimo

Hier könnte Luke Skywalker wohnen, hätte er nicht eine noch rauere Zuflucht auf der Insel Skellig Michael gefunden.

Die Insel Skellig Michael vor der Westküste Irlands, Drehort von Star Wars Episode VII

Dabei hat Marettimo eigentlich einen ganz anderen Charakter. Die Ostseite der Insel ist mit einem dichten grünen Wald bedeckt, zu dessen Füßen die weißen, würfelartigen Häuser des einzigen Ortes auf der Insel liegen:

Vor der Hafeneinfahrt von Marettimo

Hier findet sich auch ein kleiner Hafen, der in der Hauptsaison von vielen Yachten angelaufen wird. Gut geschützt liegt man dort gegen Winde aus fast allen Richtungen. Nur wenn der Scirocco aus Süden bläst, wird es unangenehm, weil die Welle dann ungebremst in das Hafenbecken läuft.

Ein Fahrrad braucht man in Marettimo nicht, denn der kleine Ort ist schnell zu Fuß erkundet:

Jenseits des Ortes gibt es nur noch Fußwege. Einer davon führt nach Norden zu der bereits oben gezeigten Burg auf der Punta Troia, die man bereits vom Hafenort in der Ferne sehen kann:

Die Punta Troia vom Ort Marettimo aus gesehen. Die Einheimischen sagen der Felsen hat die Form eines Wildschweins.

Im Folgenden wird eine Wanderung vom Hafen zur Punta Troia beschrieben. Der Weg und das Ziel liefern nicht nur tolle landschaftliche Eindrücke, sondern auch Einblicke in die Geschichte der Insel, die vor mehr als zweitausend Jahren Schauplatz einer entscheidenden Seeschlacht gewesen ist.

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Zum Torre Bennistra

April 2025

Wer entlang der Nordküste Siziliens Richtung Westen segelt, passiert zwangsläufig den Golf von Castellamare. Die Westseite der großen Bucht wird von einer langen Halbinsel gebildet, deren nördliches Ende ein großer Leuchtturm markiert:

Der Leuchtturm von San Vito lo Capo

Wenn allerdings der Mistral bläst, tut man sich schwer, nach Westen voranzukommen, da sich die Wellen auf der freien Wasserfläche zwischen Sardinien und Sizilien über hunderte Kilometer aufschaukeln. Dann ist es angenehmer, einen der Häfen im Golf von Castellamare aufzusuchen.

Sicher (und vergleichsweise günstig) liegt man im großen Hafenbecken von Balestrate auf der Südostseite der Bucht:

Blick über das Hafenbecken von Balestrate. Links und rechts hinten im Bild sieht man das westliche bzw. das östliche Ende des Golfs von Castellamare .

Hier bekommt man wahrscheinlich auch in der Hochsaison noch einen Liegeplatz. Allerdings hat Balestrate außer einem Bahnanschluss nach Palermo nicht viel zu bieten.

Interessanter ist der namensgebende Ort Castellamare del Golfo am südwestlichen Ende. Wie bereits in einem anderen Bericht beschrieben, kann man von hier den berühmten Tempel von Segesta besuchen. Im Folgenden wird ein Landausflug zum Torre Bennistra oberhalb von Scopello und ins Naturschutzgebiet Zingaro beschrieben.

Der Torre Bennistra oberhalb des Golfs von Castellamare
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Der Christus von Maratea

September 2023

Wer an der Westküste Italiens etwa 100 Meilen südlich von Neapel unterwegs ist, kann auf einem Berg eine große weiße Statue sehen, die an ein anderes Meer und ein anderes Land denken lässt:

Die italienische Westküste bei Maratea. Oben auf dem steilen Berg steht eine große weiße Statue.

Man befindet sich aber nicht im Südatlantik vor Rio de Janeiro, sondern vor dem kleinen Hafen von Maratea, der durch zwei Molen gut geschützt unterhalb eines steil aufragenden Berges liegt:

Der Hafen von Maratea. Die Transitplätze sind am vordersten der drei Schwimmstege.

Ein erfolgreicher Unternehmer konnte die Gemeinde in den 1960er Jahren überzeugen, auf dem 650m hohen Gipfel des Monte San Biagio eine 20m hohe Christusstatue aufzustellen. Gefertigt aus einer Mischung aus Beton und Carraramarmor hat sie, anders als mehrere dort zuvor aufgestellte Gipfelkreuze, den zahlreichen Gewittern in dieser Gegend bislang widerstanden.

Der Christus von Maratea (italienisch: Cristo Redentore). Erst von oben erkennt man,
dass die Statue landeinwärts ausgerichtet ist.

Auch ohne religiöse Überzeugungen ist diese Statue ein lohnendes Ziel, wenn man sich die 650 Höhenmeter zumuten möchte. Rennradfahrer kommen sogar aus Übersee, um die 20 Kehren zu bewältigen und die einmalige Aussicht zu genießen.

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Elea – die Stadt der Phokäer

September 2023

Wer heute mit einer Yacht die Küsten Griechenlands, der Türkei, Italiens oder Spaniens besucht, segelt – bewusst oder unbewusst – im Kielwasser der alten Griechen. Zusammen mit den Phöniziern haben sie vor über dreitausend Jahren das Mittelmeer erobert. Zunächst zwischen den Inseln der Ägäis, waren sie bald unterwegs, um sich „wie Frösche um den Teich“ (Plato) überall anzusiedeln. Bekanntestes Beispiel ist vielleicht die Stadt Marseille, die Ende des 7. Jhdt. v. Chr. von Griechen aus der Stadt Phokaia in der Nähe des heutigen Izmir gegründet worden ist.

Weniger bekannt ist, dass die Bewohner von Phokaia einige Jahrzehnte später vor den Persern fliehen mussten und 540 v. Chr. hunderte Seemeilen entfernt, an der Westküste Italiens, eine neue Stadt mit Namen Elea (lateinisch /italienisch Velia) gegründet haben. Berühmte Philosophen wie Parmenides und Zenon haben hier gelebt und gelehrt. Etwa 1000 Jahre war Elea eine blühende Gemeinde, deren Ausgrabungen man heute besichtigen kann.

Griechisches Theater sowie mittelalterlicher Turm und Kapelle in Elea

Anders als in der Antike hat Elea heute keinen Hafen mehr. Die fortlaufende Versandung hat zwei geschützte Buchten zu Füßen der Stadt vollständig aufgefüllt. Ausgangspunkt für einen Besuch ist daher das kleine Städtchen Acciaroli, wenige Kilometer nordwestlich an der Küste des Cilento gelegen, der großen Halbinsel südlich von Salerno. Hier kann man die Yacht für eine Tagestour nach Elea beruhigt zurücklassen.

Der Hafen von Acciaroli. Rechts außerhalb des Bildes befindet sich ein Schwimmsteg mit etwa 20 Liegeplätzen.
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Zu Wasser und zu Land entlang der Amalfiküste

September 2023

Die Amalfiküste gehört zweifelsfrei zu den schönsten Zielen in Italien. Mit einer Segelyacht lassen sich die 30 Meilen zwischen Salerno im Osten und der Insel Capri bestens erkunden.

Das malerische Amalfi an der gleichnamigen Küste

Denn bei gutem Wetter stellt sich ein angenehmer Seewind ein, der am Spätnachmittag bis zu vier Windstärken erreicht und ein flottes Vorankommen ermöglicht.

Unter Vollzeug entlang der Amalfiküste. Hinten links im Bild liegt Capri.
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