Eine kleine Stadtrundfahrt in Rimini

August 2020

Die italienische Adriaküste gilt bei Seglern als unattraktiv, jedenfalls im Vergleich mit der Inselwelt Kroatiens. Dabei wird oft übersehen, dass es auf der Westseite der Adria ebenfalls Steilküsten mit kleinen Ankerbuchten gibt, beispielsweise am Gargano oder auf den Tremiti Inseln.

Ein unterschätzter Ort der italienischen Adriaküste ist auch Rimini. Hier denkt man sofort an den „Teutonengrill“ (heute eher „Russengrill“ ) mit hässlichen Hotels, die sich kilometerlang am Strand erstrecken. Nähert man sich der Stadt vom Wasser aus, werden diese Vorstellungen zunächst bestätigt. Allerdings zeigt die nachfolgend beschriebene Radtour durch das historische Stadtzentrum, dass Rimini viel mehr zu bieten hat: Eine autofreie Innenstadt mit zahlreichen Baudenkmälern aus der Antike und schönen Plätzen, die zum Aperitif oder Abendessen nach einem langen Segeltag einladen.

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Von Grado nach Aquileia

Juni 2020

Für viele Segler der oberen Adria ist der Stadthafen von Grado ein attraktives Ziel. Man liegt mitten im Zentrum des kleinen Städtchens umgeben von Restaurants und Eisdielen. Nur das Anlegen ist nicht ganz einfach, denn es ist zumeist recht eng. Murings oder Dalben gibt es keine. Stattdessen muss man eine Bugleine durch die Öse einer kleinen Boje führen, bevor man das Heck an der Hafenmauer festmachen kann. Ein etwas anspruchsvolles Manöver.

Der Stadthafen von Grado – in der Vor- oder Nachsaison ist es auch mal weniger voll.

Nach dem Anlegerschluck im Cockpit reicht die Energie meistens nur noch zu einem kurzen Spaziergang durch die schöne Altstadt, wo sich auf der Piazza Duca d’Aosta die meisten Restaurants befinden. Am nächsten Tag wird der Törn fortgesetzt, entweder Richtung Venedig oder nach Slowenien / Kroatien.

Dabei verdient Grado und seine Umgebung mehr Aufmerksamkeit. Nicht nur die einzigartige Lagunenlandschaft, sondern auch die beeindruckenden Kunstschätze im nahegelegenen Aquileia sind es wert, länger zu bleiben. Mit Rädern (die man sich in Grado an vielen Stellen ausleihen kann) bietet sich ein schöner Rundkurs an, der im Folgenden beschrieben wird. Dabei kommen auch Freunde des modernen Yachtbaus auf ihre Kosten, da man in Aquileia neben vielen Altertümern auch auf das Gelände der Firma Solarisyachts schauen kann, eines renommierten Herstellers von großen Luxussegelyachten.

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Der Sentiero Rilke von Sistiana nach Schloss Duino

Juni 2020

Am äußersten Ende der Adria liegt hoch auf einem Fels Schloss Duino. Hier war Rainer Maria Rilke kurz vor dem ersten Weltkrieg mehrfach Gast der Familie Thurn und Taxis, denen das Schloss bis zum heutigen Tage gehört. Der „Sentiero Rilke“ folgt den Wanderungen des Dichters und ermöglicht weite Ausblicke über den Golf von Triest:

Blick vom Sentiero Rilke über den Golf von Triest

Rilkes Ausruf „Hiersein ist herrlich“ aus der siebten Duineser Elegie kann man durchaus zustimmen.

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Der Blick auf den Velebit Kanal

August 2018

Wie stark die Bora die Landschaft des östlichen Teils des Kvarner und seiner Inseln prägt, sieht man am eindrücklichsten in einem Satellitenbild:

Der östliche Teil des Kvarner (der sogenannten „Kvarneric“) zwischen den Inseln Losinj und Cres im Westen und dem Festland im Nordosten. In der Mitte der lange Finger der Insel Pag.

Man erkennt unmittelbar, dass die östlichen Inseln auf ihrer Nordostseite fast ohne Vegetation sind. Hier trifft der Fallwind vom Velebit Gebirge mit voller Wucht ungebremst auf den Fels und lässt kaum Pflanzenwachstum zu.

Zwischen der Insel Pag und dem Festland liegt der Velebit Kanal, dessen Name allein bei manchen Seglern bereits Angstzustände auslöst. Vercharterer weisen ihre Gäste explizit an, sich von diesem Seegebiet fernzuhalten. Auch der allseits bekannte Kroatienführer „888“ rät deutlich von einem Besuch ab. Zu groß ist das Risiko, dass die Bora ohne jede Vorankündigung innerhalb von wenigen Minuten mit mehr als 30 kn und fliegendem Wasser (Gischt) die Yacht auf die Seite legt und die Segel zerfetzt.

Aber sehen würde man diesen berüchtigten Meeresarm ja doch gerne einmal. Der vorliegende Bericht beschreibt daher eine kurze Fahrt von der Marina Simuni auf der geschützten Südwestseite der Insel Pag auf den höchsten Berg der Insel Pag, den Sveti Vid (zu deutsch St. Veit), von wo man eine perfekte Aussicht hat auf die wüste Landschaft des Velebit Kanal und den Geburtsort der Bora, das über 2000m hohe Velebit Gebirge. Alternativ kann man die etwa 4 km lange Strecke auch zu Fuß gehen – auf der groben und sehr steilen (häufig > 10%) Schotterstraße vielleicht die bessere Alternative. Jedenfalls der Schlussanstieg ist auch für den ambitioniertesten Mountainbiker unfahrbar und muss zu Fuß erklommen werden.

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Zum Gipfel von Ilovik

September 2018

Obwohl das Rad meistens ideal dazu geeignet ist, die Umgebung eines Hafens oder eines Ankerplatzes kennenzulernen, gibt es doch Inseln Kroatiens, die man besser zu Fuß erkundet, beispielsweise die kleine Insel Ilovik. Der steile Pfad zum höchsten Punkt der Insel ist beim besten Willem nicht mit dem Mountainbike zu bewältigen. Aber zu Fuß lohnt sich der Aufstieg in die „dritte Dimension“, denn der Ausblick von oben ist fantastisch, insbesondere während oder kurz nach einer Bora-Wetterlage, wenn der trockene Fallwind eine tolle Fernsicht über die kroatische Küstenlandschaft ermöglicht.

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