Für viele Segler an der kroatischen Küste ist der Kornati Nationalpark ein „Must see“ auf ihrem Törn. Der Archipel mit den vielen kleinen kahlen Inseln schließt sich südöstlich an die Insel Dugi Otok an und ist von den großen Charterbasen am Festland in einem Tag zu erreichen. Beschreibungen dazu finden sich in allen Reiseführern und auf vielen Webseiten, z.B. hier die offiziellen Informationen der Parkverwaltung.
Blick in den Kornati Nationalpark, hinten die namensgebende Insel Kornat
Wenig überraschend hat der Radsegler in den Kornaten kaum Gelegenheit, auf seine Weise die Umgebung an Land näher zu erkunden. Unmittelbar nördlich schließt sich jedoch der etwas weniger bekannte Nationalpark Telascica an, der in diesem Bericht beschrieben wird. Mit seinen ausgedehnten grünen Wäldern ist er das genaue Gegenteil der steinigen Kornatenlandschaft.
In Piran beginnt Istrien und damit der Urlaub. So empfinden es wohl viele Segler, wenn Sie aus dem Golf von Triest Richtung Kroatien auslaufen. Man erfreut sich an der Ansicht des malerischen Städtchens vom Wasser aus – und segelt flugs vorbei in Richtung des Leuchtturms von Savudrija, wo Kroatien beginnt und der Kurs auf Süd geändert wird.
Piran vom Wasser aus mit seinen zwei Kirchen und der Stadtmauer im Hintergrund
Allerdings gibt es einen Grund, warum Piran doch von einigen Segelyachten angelaufen wird. Wer nicht direkt von Italien nach Kroation segelt, sondern zunächst in einem der wenigen slowenischen Häfen Station gemacht hat oder dort sogar seinen Liegeplatz hat, muss zunächst an der Zollmole im Stadthafen von Piran ausklarieren bevor Slowenien und damit der Schengenraum verlassen werden kann. Da bleibt dann allenfalls noch Zeit für einen kurzen Rundgang über den Tartiniplatz und dann geht es weiter. Zudem ist der Stadthafen sehr klein und ermöglicht allenfalls in der Vor- oder Nachsaison über Nacht zu bleiben.
Dieser Bericht soll Ihnen Piran und sein Hinterland näher bringen. Die Steilküste auf der Halbinsel Strunjan und der hinter Piran gelegene Hügel ermöglichen einmalige Aussichten auf die Landschaft, das Meer und den Ort selbst, die man bei aller Begeisterung für den weiteren Verlauf der istrischen Küste in Kroatien nicht vernachlässigen sollte.
Die Marina Izola in Slowenien löst bei manchen Seglern eher unangenehme Erinnerungen aus, finden doch hier viele Prüfungen deutscher und österreichischer Segelschulen statt. Man denkt an mehr oder weniger gelungene Anleger, Mann-über-Bord und andere Manöver, die unter den Augen eines strengen Prüfers absolviert werden müssen. Und in der Tat, selbst wenn man in der Nachsaison im Oktober einmal diesen Hafen ansteuert, sieht man dort regelmäßig die etwas betagten Schulboote ihre Kreise ziehen.
Segelschulboote im Hafen von Izola
Auch bei Eignern, die in Izola oder im benachbarten Koper erwartungsvoll ihr neues Boot übernommen haben – einige Großserienwerften liefern hier ihre für die Adria bestimmten Yachten aus – sind die Erinnerungen häufig durchwachsen. Neben dem Rückblick auf die Freude über die neue Yacht mischen sich möglicherweise Gedanken an den Frust über die Kinderkrankheiten, die ein neues Boot üblicherweise mit sich bringt und die mühsam identifiziert und beseitigt werden müssen.
Vielleicht wird deshalb bei späteren Törns dieser Teil der slowenischen Küste von Charterern und Eignern häufig gemieden und man reiht sich stattdessen sofort in die sommerliche Segelkarawane Richtung Kroatien ein. So verständlich diese Gefühlslage auch sein mag, sie übersieht aber, dass die kurze slowenische Küste – ein Gerücht sagt ein Meter Küste für jeden Slowenen – durchaus viele interessante Ziele zu bieten hat. Und hier gilt einmal mehr, dass erst der Radsegler, der die Küste nicht nur vom Wasser aus betrachtet, sondern auch die gut ausgebauten Radwege der slowenischen Küste erradelt, diesen schönen Landschafts- und Kulturraum wirklich kennenlernt. In diesem und einem weiteren Bericht werden daher zwei Radtouren ausgehend von der Marina Izola vorgeschlagen, die hier erläuterte ganz kurze Fahrt nach Koper (allerdings mit umfangreichem Besichtigungsprogramm) und eine etwas sportlichere Tour nach Piran. Beide Strecken, die sich ohne weiteres auch kombinieren lassen, verlaufen teilweise auf der „Parenzana„, einer zu einem Radweg umgebauten alten Eisenbahnlinie, die Anfang des 20. Jhd. Triest mit Porec verbunden hat.
Normalerweise durchfährt man mit dem Rad verschiedene Vegetationszonen, wenn man mit viel Anstrengung und Schweiß einen Alpenpass o.ä. bewältigt. Zuerst durch den grünen Mischwald, hinauf zu den kleinen Kiefern des Hochgebirges bis in die karge, fast vegetationslose Zone des Hochgebirges.
Auf der Insel Krk kann man ähnlich drastische Wechsel des Landschaftsbildes erradeln aber mit viel weniger Höhenmetern! Maßgeblich ist hier nämlich nicht die Seehöhe sondern die Orientierung der Landschaft relativ zur Einfallsrichtung der Bora. Dort wo dieser Fallwind im Winter mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h weht, bleibt außer nacktem Fels wenig übrig, während sich auf anderen, geschützteren Seiten eines Höhenzuges grüne Mittelmeervegetation ausbreiten kann.
Die Marina Punat auf der Insel Krk ist Liegeplatz vieler Eigner aus Österreich und Deutschland. Moderate Preise, ein professioneller Service und die gute Erreichbarkeit (auch klimafreundlich, z.B. mit dem Schlafwagen über Nacht nach Rijeka und dann die letzten Kilometer per Bus) machen die große Marina zu einem idealen Ausgangspunkt für Törns zu den Inseln des Kvarners und Norddalmatiens. Auch zum Chartern stehen diverse Yachten zur Verfügung.
Einen Nachteil aber gibt es doch: Man liegt sehr nah am Velebitgebirge und damit quasi im Herzen der Bora. Die „Puntarska Draga“, die Bucht, in der sich die Marina befindet, ist selbst zwar gut geschützt, aber wenn es draußen richtig bläst, ist an entspanntes Segeln nicht zu denken. Ein Törn zu den Inseln Losinj oder Rab kann dann sehr unangenehm und sogar gefährlich werden. Der Fallwind vom Velebitgebirge wird nämlich im Bereich zwischen dem südöstlichen Ende der Insel Krk und dem Nordende der Insel Rab wie in einer Düse zusätzlich beschleunigt und fegt über den gesamten Kvarneric, den Meeresarm zwischen dem Festland und der Inseln Losinj und Cres.
Wie an anderer Stelle auch ist der Segler daher gut beraten sich ein Alternativprogramm für eine Bora-Wetterlage zu überlegen. Da kommt als erstes eine Besichtigung der nur wenige Kilometer entfernten Stadt Krk in Betracht, die mit ihren malerischen Gassen und dem mittelalterlichen Frangipani Kastell immer einen Besuch wert ist.
Das Frangipani Kastell in Krk
Aber auch im Sommer hält die Bora manchmal länger als einen Tag an. Auf diesen Seiten werden daher ausgehend von der Marina Punat zwei (kurze) Radtouren vorgestellt, die mit tollen Ausblicken von oben für einen entgangenen Segeltag mehr als entschädigen. Das motiviert vielleicht den einen oder anderen Skipper, seine Crew keinem unnötigen (Bora-) Risiko auszusetzen.