Wem die Mountainbiketour über die Berge nach Veli Losinj zu anstrengend ist, findet auf dieser Seite eine leichtere, aber genauso schöne Alternative die landschaftlichen Schönheiten der Insel Losinj zu erradeln. Diese Tour folgt über weite Teile dem Uferradweg, der sich um die gesamte westliche Landzunge der großen Bucht von Mali Losinj erstreckt. Der Weg geht dabei jedoch zunächst ebenfalls nach Veli Losinj und zurück, wechselt dann aber auf die Südwestseite der Insel und erreicht insbesondere die bekannte Cikat Bucht. Natürlich lassen sich die beiden Touren auch miteinander kombinieren.
Mali Losinj wird von vielen Seglern angelaufen, die den Norden der kroatischen Küste entlangsegeln. Das hübsche Städtchen liegt mit seinem geschützten Stadthafen in einer großen Bucht der Insel Losinj und ist häufig das erste Ziel nach der Überquerung des Kvarner oder man wartet umgekehrt hier eine Bora Wetterlage ab, bevor man zurück Richtung Istrien aufbricht.
Liegt man ein paar Tage in Mali Losinj, bieten sich dem Segler viele interessante Möglichkeiten. So gibt es beispielsweise direkt gegenüber dem Stadthafen ein neues Museum, das einem einzigen Exponat gewidmet ist, der griechischen Bronzestatue des sogenannten „kroatischen Apoxyomenos“, eines sich von Schweiß und Sand säubernden Athleten.
Das Museum zeigt im Detail die Geschichte der 1996 auf der Nordseite der Insel Losinj von einem Taucher gefundenen, 1999 geborgenen und danach viele Jahre aufwändig restaurierten Statue. Ein absolut lohnendes Ziel für jeden, der sich für die griechische Antike und ihre Kunst interessiert, auch wenn das Museum manchmal ein bisschen überdreht wirkt.
In diesem Bericht soll jedoch eine andere, sportliche Alternative beschrieben werden, wie man die Insel Losinj besser kennenlernen kann. Dazu geht es mit dem Mountainbike (gegebenenfalls in Mali Losinj ausleihen) über den Bergrücken der Insel mit tollen Aussichten über den Kvarner und die norddalmatinischen Inseln und dann einen kleinen Trail hinunter nach Veli Losinj.
Dieser Bericht beschreibt eine kurze Fahrt von der Marina Veli Rat zur bekannten Sakarun Bucht auf der Insel Dogi Otok, in der einer der wenigen Sandstrände in Kroatien gelegen ist.
Auf den Inseln Norddalmatiens gibt es wenige Marinas. Meistens macht man an einer Boje fest oder man ankert. In der großen, gut geschützen Bucht am Nordende der „langen Insel“, auf kroatisch Dugi Otok, bieten sich jedoch sich alle drei Möglichkeiten.
Während im Norden der Bucht Bojen ausgelegt sind und daneben die Möglichkeit zum Ankern besteht, kann man sich auch für die Marina Veli Rat entscheiden, die mit einem langen Schwimmsteg am südöstlichen Ende kurz vor der Engstelle zur Cuna-Bucht sehr schön gelegen ist. Letzteres ist natürlich teurer, hat aber nicht nur den Vorteil des direkten Zugangs zu den Restaurants im Ort sondern ermöglicht auch eine kleine Radtour, um die Sakarun Bucht und den Leuchtturm an der Nordspitze der Insel zu besuchen. Die Strecke ist nur etwa 12 km lang und daher auch noch gut am Abend nach einem längeren Segeltag zu bewältigen.
Wenn man den nördlichen Teil der italienischen Ostküste entlangsegelt, kommt man nicht umhin festzustellen, wie weit der Po die Uferlinie im Laufe der Jahrhunderte ins Meer hinaus verschoben hat. So liegt beispielsweise der Ort Adria, einst eine Hafenstadt und möglicher Namensgeber des gleichnamigen Meeres, heute fast 40 km im Landesinneren.
Auch Ravenna, einst blühende Residenz der spätrömischen Kaiser, war über seinen Hafen in Classe direkt an der Adria gelegen und wichtiger Flottenstützpunkt der Römer bzw. Byzantiner in der Spätantike. Davon kann heute, 1500 Jahre später, keine Rede mehr sein. Die Stadt liegt jetzt über 10 km vom Meer entfernt. Zwar wurde im 18. Jhd. der Canale Candiano angelegt, um das Stadtzentrum mit der Adria zu verbinden, aber dieser Kanal dient nur der Handelsschifffahrt und ist für Segler nicht nutzbar. Stattdessen gibt es in Marina di Ravenna, etwa 12 km nordöstlich der Stadt gelegen, einen riesigen Yachthafen mit über 1000 Booten.
Der Yachthafen von Ravenna
Großzügig angelegt und gut geschützt durch zwei weit in die Adria hinausragende Molen liegen hier jede Menge große Segelyachten italienischer Eigner. Als Gastlieger wird man freundlich aufgenommen. Auf deutsche Segler trifft man jedoch kaum (die drängen sich alle auf der anderen Seite der Adria in Kroatien) und vielleicht auch deshalb tut sich die Hafenverwaltung mit der deutschen Fassung der Hinweise an die Gäste der Marina etwas schwer:
Ravenna ist nicht nur wegen des riesigen Naturschutzgebietes im Delta des Pos (mit Delfinen!) ein lohnendes Ziel eines Törns in der Nordadria sondern auch wegen der vielen Kunstschätze aus der Spätantike, insbesondere der zahlreichen Mosaiken in den Kirchen und anderen Gebäuden aus dieser Zeit.
Pula ist ein bekannter Ausgangspunkt für Segler, um Istrien oder Nord-Dalmatien zu erkunden. Gleich drei Marinas gibt es hier, die ACI Marina direkt vor der Altstadt mit Blick auf das bekannte Amphitheater (hier bei Nacht, dann sieht man die weniger schönen Gebäude daneben nicht so deutlich),
Das Amphitheater von Pula gegenüber der ACI Marina
die große Marina Veruda in einer Bucht weiter südlich und die Marina Pomer, die bereits zum Kvarner hin orientiert ist. Jede Menge Segelyachten warten hier auf Chartergäste.
Möchte man zu den weiter südlich gelegenen Inseln wie Losinj oder Ilovik segeln, steht jedoch zunächst die Überquerung des Kvarners an. Dazu muss allerdings das Wetter mitspielen. Denn bei Bora bläst es hier stärker als in vielen anderen Bereichen der kroatischen Küste. Zudem steht am Kap Kamenjak häufig eine sehr unangenehme Kreuzsee. Die durch den nordwestlichen Maestrale verusachte Welle trifft an der Südspitze Istriens unmittelbar auf die Borawelle, die aus Nordosten mit einem Fetch von über 50 km den Kvarner herunterkommt. Manch ein Skipper (ich auch) hat hier schon optimistisch auf einen Wetterbericht vertraut, der ein Nachlassen der Bora vorhergesagt hat, um dann am Kap oder spätestens mitten auf dem Kvarner festzustellen, dass statt der vorhergesagten 18kn mehr als 30kn Wind wehen.
Der vorliegende Bericht ist ein Vorschlag, wie ein Hafentag in Pula bei Bora statt mit Dosenbier und schlechter Laune gewinnbringend mit einer Radtour zum Kap Kamenjak verbracht werden kann.
„Von Pula zum Kap Kamenjak“ weiterlesen